Samstag, 20. Juni 2020, 19.30 Uhr, Alfred-Fischer-Halle

Fidelio – Alles Freyheit?

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Thomas Mohr Florestan
Dara Hobbs Leonore
Tijl Faveyts Rocco
Julia Bauer Marzelline
Heiko Trinsinger Don Pizzarro
Michael Smallwood Jaquino
N. N. Lesung
Zhou Qian Malerei

 

Nordwestdeutsche Philharmonie Herford / Beethoven-Projektchor
Frank Beermann, Leitung

Florestan kämpft für Recht und Freiheit gegen Gouverneur Don Pizarro und büßt dafür im Gefängnis. Leonore, seine Frau, verkleidet sich als Mann Fidelio, befreit ihn und verhindert seine Hinrichtung. Beethovens einzige Oper ist ein Plädoyer gegen Staatswillkür und Machtmissbrauch und ein Hohelied auf die Liebe. Ist geprägt von politischem Idealismus, der Idee von Weltverbrüderung und Humanität. Bis heute stellt die Oper, die vielen eigentlich als große Freiheitssinfonie gilt, aktuelle Fragen.
Frank Beermanns Konzept übersetzt sie in zeitgemäße Sprache. Beethoven hatte der Musik gesprochene Dialoge an die Seite gestellt. Albert Ostermaier lässt die älter werdende Leonore über ihre Befreiungsaktion nachdenken, die zugleich ihre Selbstbefreiung in Gang setzte. Dadurch erhält die Geschichte der Oper „Fidelio“ eine Fortsetzung ins Heute, während die Musik die Geschichte im Gestern, in der Zeit der Entstehung des „Fidelio“ erzählt.

 

Ostermaier gilt als einer der wichtigsten Dramatiker der Zeit. Seine Theaterstücke wurden am Bayerischen Staatsschauspiel, am Nationaltheater Mannheim, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Wiener Burgtheater unter der Regie etwa von Andrea Breth oder Martin Kušej uraufgeführt. Der Kleist-Preis, der Bertolt-Brecht-Preis und zuletzt der „Welt“-Literaturpreis für sein Gesamtwerk ehrten den Autoren, der auch als Lyriker Renommée genießt. Sein neuestes Werk, „Die verlorene Oper. Ruhrepos“, wurde 2018 bei den Ruhrfestspielen mit dem Staatsschauspiel Hannover uraufgeführt. Der Münchner ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und Kurator der DFB-Kulturstiftung.

 

Die Freiheitsmelodie von „Fidelio“ inspiriert gleichzeitig die chinesische Künstlerin Zhou Qian zu kalligraphischen Gemälden auf großen Reispapierbahnen, die während des Konzerts entstehen und für die Zuhörer auf großen Leinwänden sichtbar werden. Zhou Qian verschmilzt traditionelle chinesische Kalligraphie mit westlicher Ölmalerei. Sie lebt in Shanghai, stellt u. a. im Musée Montparnasse in Paris, in Shanghai, Singapur und Malaysia und in den USA aus und gilt als eine der führenden zeitgenössischen Künstlerinnen Chinas.

 

Dara Hobbs, Brünnhilde im gerade von Frank Beermann abgeschlossenen „Ring des Nibelungen“ am Stadttheater Minden, ist Leonore. Ist Sieglinde an der Oper Frankfurt, Ortlinde bei den Bayreuther Festspielen und am Royal Concertgebouw in Amsterdam, Isolde am Aalto–Theater Essen, an den Theatern Bonn und Chemnitz, Senta an der Deutschen Oper am Rhein, am Theater Bonn und an der Sarasota Oper in Florida – die Wagner-Heroinen sind Dara Hobbs zum Alter Ego geworden. Thomas Mohr, auch er als Siegfried Mitglied im Mindener „Ring“, ist Florestan. Er sorgte als versierter Bariton auf deutschen Bühnen für Furore, als er ins Heldentenorfach wechselte – und heimst seitdem als Parsifal, Loge, Siegmund oder Siegfried große Erfolge ein. Heiko Trinsinger vom Aalto-Theater Essen und als Mime am Mindener Ring beteiligt, ist Don Pizzarro und Hamm seit seinem Erst-Engagement als „Johannes“ in Strauss´ „Salome“ in der Alfred-Fischer-Halle bestens vertraut. Auch Tijl Faveyts und Julia Bauer zählen zum Spitzenteam der Mindener Wagner-Aufführungen, das seit Jahren auf Frank Beermann eingeschworen ist.

 

Tickets 37,30 € / erm. 28,50 € ǀ 27,30 € / erm. 20,70 € ǀ 20,20 € / erm. 16,30 €

 

Gefördert durch BTHVN 2020 aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises.

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Foto: Stutte / Nada Navaee / Klaus Lefebvre


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